Wochenrückblick
Ich muss ein wenig zusammenwürfeln was in der vergangenen Zeit passiert ist. Mein Gedächtnis ist löchrig.
!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Ich hab Schwarzbrot gefunden !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
*hey* … das ging schnell!
Also ich bin umgezogen. Gewissermaßen numerisch aufgestiegen. Von Zimmer 1303 nach 1315. Ans diagonal gegenüberliegende Ende der Etage. Hat ich vorher noch 2 Räume und Badewanne, war allein und hatte einen großen Balkon, war die Wohnheimadministration so freundlich mich nun in ein Einraumappartment zu verlegen mit Mitbewohner und kleinerem Balkon. Der ist aber bislang in meiner Welt nicht aufgetaucht.
Positiv bemerkt das Riechorgan das meine, dass die Butze es in keiner Weis so berstig penetriert, wie es das andere Zimmer tat.
Dann sei weiterhin gehighlightet, dass ich mir am Mittwoch die General Probe der Berliner Philamoniker zum Europakonzert am 1. Mai gab. Simon Rattle bei der Arbeit zu beobachten, wenn ihm alle Inspiration und Liebe für sein Element aus den Augen springt und das Orchester infiziert, dann das Publikum verzaubert, das schließlich jede seiner Gesten begeistert beklatscht, hat mich tief beeindruckt. Was für einen großartigen Klangkörper der Mann dirigiert?!?!
Hab zwei Parks besichtigt und das Allrussische Ausstellungszentrum (ВВЦ – Всероссийский выставочный центр). Einst Präsentierteller volkswirtschaftlicher Errungenschaften der UdSSR (ВДНХ), nicht ohne Vergnügungspark und mit Europas größtem Riesenrad, bis man 1999 den Brits das “Eye” verpasste. Beinahe 100 Pavillions widmeten sich all den denkbaren Bereichen wohlfeil geplanter Sowjetwirtschaft, beherbergten Theater, Kinos, Museen und je nach dem, volkstypische Ulkigkeiten. Nachdem der Vorhang für das Sowjettheater gefallen war, vermietete man die Flächen an fliegende Händler die wohl aus Polen und Mittelasien hier landeten und ein Ambiente zauberten nicht weniger charmant als der Slubizer Grenzmarkt. Aus Blechbüchsen mit Schweinehautüberzug donnert, was nach vielen Kreuzungen nur noch entfernt an Musik erinnert und wo Platz für Plakate ist, na da hat gefälligst auch eins zu stehen. Den entsprechenden “Designern” reichte dann auch der Abschluss des Vorschulmalunterrichts.
Ich war im Zarizino-Park an einem Freitag. Der Russe, so heißt es, heirate bevorzugt an diesem Tag. Man habe so ein ganzes Wochenende zum verfeiern, oder 2 Tage zum Ausschlafen, wohlweißlich dass schließlich viel klares kaltes “Wasser” fließen wird. Und wahrhaftig. In 1,5 Stunden sah ich 15 junge Paare. Durchschnittsalter 22. In Anbetracht, dass die Scheidungsrate spitzenmäßig ist, wirds wohl nicht die letzte Hochzeit gewesen sein.
Am Samstag war ich noch beim Probeflanieren des Russischen Heeres. Als Testfahrt für den 9. Mai, “День Победы” (Tag des Sieges), sind den Tverskaja-Prachtboulevard Panzer, Jeeps und allerlei anderes mobiles Einsatzgerät heruntergerollt.
Auch zu meckern ham ma was! Ich bin ma durch einige Wörterbücher durch, und ja, sie haben eine Äquivalentvokabel für “Kundenfreundlichkeit”. Es kann also keiner auf ihre Unwissenheit schieben, dass man in Läden von Gesichtern empfangen wird, wie sie ausgehungerte Bulldogen haben, deren Hütte und Knochen ma zu nahe tritt. Scheiße man, ich bin Kunde, ich bin doch König?!?!?!
*verwöhntes Balg aus Mitteleuropa* …
Besonders hart sind die Drohnen der Post! System gibts nicht, Zettelwirtschaft, Eile hat man besser nicht, denn die kostet einen den Kopf und abgestumpft sollte man sein. Zehren einem solche Gänge an den Nerven, so ließ ich mir sagen, beschwichtigt sich der Russe folgendermaßen: “Es ist deine Heimat, Söhnchen!” Liebe die solche Prüfungen übersteht muss echt sein!!!
Und sonst verhalten sich die Dinge wie gehabt!

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